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Zum Ende der Seite springen Der "kostenlose oder sehr erschwingliche Solitaire-P'n'P-Spiele"-Thread
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Prometheus Prometheus ist männlich
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Der "kostenlose oder sehr erschwingliche Solitaire-P'n'P-Spiele"-Thread Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Hallo zusammen!

So, jetzt will ich mal, wie angedroht, einige Empfehlungen für kostenlose beziehungsweise sehr günstige Solitaire-P'n'Ps loswerden. Das furchtbar umständliche Wortgebilde im Titel steht für herunterladbare und ausdruckbare Karten- oder Brettspiele für eine Person, die man mit ein wenig Scheren- und Leimarbeit selber zusammenstellen und losspielen kann.
Ich habe meine Liebe für diese Art Spiele vor etwa zwei Jahren entdeckt und verfolge seither immer wieder, was es dazu Neues auf der boardgamegeek-Seite gibt. Da hat sich so einiges angesammelt in der Zeit, meine Favoriten, die ich immer mal wieder hervorkrame und spiele, möchte ich hier nach und nach vorstellen und empfehlen.

Das soll nicht mein persönlicher Thread sein, ich würde mich also freuen, wenn weitere Empfehlungen dazukommen. Die Kriterien sind kostenlos (oder sehr erschwinglich), ausdruckbar und alleine spielbar.

edit: die Bilder stammen, wenn nicht anders angegeben, jeweils von der boardgamegeek-Seite des jeweiligen Spiels.


Irish Freedom

Dieses Spiel von David Kershaw (Gewinner der Kategorie "Best Wargame" im Print and Play Solitaire Contest 2013) halte ich für eines seiner besten und möchte es gleich zu Beginn empfehlen. Es behandelt ein allgemein sehr selten thematisiertes Szenario: Die irischen Unabhängigkeits- und Einigungskämpfe in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts. Dabei verzichtet Kershaw auf politische Stellungnahmen und Bewertungen, gibt jedoch in der kurzen Anleitung auch interessante historische Einblicke und zeigt anhand der Grundprobleme dieses Konfliktes dessen Besonderheiten auf.

Spielmaterial

Das Spielmaterial besteht aus einer abstrakten A4-Karte Irlands, die grob in sechs Regionen eingeteilt ist, wobei diese Regionen wiederum in vier jeweils Gebiete aufgeteilt sind, die entweder aus Sumpfgebiet (gut für Hinterhalte), offenem Land oder Städten bestehen. Die Counter bzw. Spielfiguren bestehen aus den verschiedenen eigenen und feindlichen Truppen: Die Briten rücken so mit der im ersten Weltkrieg gestählten British Army an (stärkste Einheit), haben aber auch einheimische Kollaborateure, die sogenannten "Black Tans", dazu reguläre Polizeieinheiten. Als irische Rebellen haben wir einfache Aufständische ("Mobs", die in einer Region bleiben), Guerillas (gut im Hinterhalt) sowie die "Flying Columns" (sehr gut im Hinterhalt, mobil, aber schwach in Städten) und schliesslich die "Regulars", die am ehesten einer regulären Armee gleichen und ausgewogene Stärken haben.

Spielprinzip

Das Spiel läuft rundenbasiert ab: Abwechselnd spielen wir - dann der Gegner, von einer simplen, aber effektiven KI geleitet. Da wir die irische Seite spielen, haben wir mit den Briten einen militärisch überlegenen Gegner, den wir am besten mittels Guerilla-Taktiken bekämpfen. In jedem Spielzug haben wir bestimmte Aktionen zur Verfügung - etwa Truppenbewegungen oder Neurekrutierungen - wobei die Aktionen des Feindes vom Zufall bestimmt werden, dabei aber bestimmte Prioritäten haben - z.B. rüstet der Gegner in jeder Runde zufällig gewählte eigene Einheiten auf oder rekrutiert solche, seine Bewegungen werden dagegen von unserer eigenen Präsenz in den Regionen bestimmt.

Der Clou an diesem Spiel ist, dass es eigentlich zwei Spiele in einem sind, die man entweder historisch nacheinander oder auch einzeln spielen kann. Zuerst kämpft man auf der Seite der Iren gegen den britischen Besatzer. Das Ziel dieser Phase ist es, durch kluge Einnahme von wichtigen Regionen und gezielter Eliminierung britischer Einheiten allmählich die britische Moral soweit herunterzudrücken, dass diese sich zurückziehen.
Danach folgt das zweite Spiel: Hier gilt es, in der Rolle der nunmehr siegreichen neugebildeten regulären irischen Regierung des "Free State" gegen die ausbrechende Rebellion der "Republicans" in den eigenen Reihen zu kämpfen, wobei die Prioritäten jetzt wiederum andere sind. Auch hier gilt es aber, den Gegner mittels schwerer Niederlagen zu einem Friedensschluss zu zwingen. Besonders interessant: Man kämpft hier gegen Truppen, die mit einem vorher, im Unabhänhgigkeitskrieg gegen die Briten noch verbündet waren und noch entsprechend auf dem Spielbrett lokalisiert sind - durch geschicktes Planen in der ersten Phase kann man sich also einiges erleichtern.
In beiden Konflikten zwingt uns die begrenzte Zugzahl zu einem entschiedenen Vorgehen und bürdet uns damit oft schwere Entscheidungen auf. Insgesamt dauert ein komplettes Spiel eine knappe Stunde.

Optional (aber sehr empfehlenswert) sind zwei Kartensets, die mit bestimmten, zufällig gezogenen Ereignissen überraschende Vor- oder Nachteile einbringen können. So kann man etwa zusätzliche Ausrüstung wie Artillerie oder Panzerwagen erhalten oder auch unverhofft feindliche Einheiten in einer Region hingepflanzt bekommen. Diese Karten sind mit kurzer historischer Erläuterung versehen und vergrössern das Gefühl eines historischen Geschehens noch zusätzlich.

Fazit

David Kershaws Spiele sind optisch meist sehr einfach (um nicht zu sagen hässlich) gehalten, aber immer von überraschender taktischer Tiefe. Besonders gefällt mir auch der historische Aspekt, der in seinen Spielen immer sehr gut umgesetzt ist: Man lernt einen Konflikt und seine Schwerpunkte spielerisch kennen. Das Spiel ist nicht schwer zu erlernen, vermag aber durch den geschickten Kompromiss zwischen Zufallsereignissen (mittels Würfeln) und einem klaren und gut durchdachten Grundrahmen ein überaus dynamisches Erlebnis zu vermitteln. Oft fühlt man sich vor schwere Entscheidungen gestellt - soll ich meine wertvolle "Flying Column"-Einheit in den riskanten Häuserkampf schicken, um die Stadtregion noch in dieser Runde vielleicht einnehmen zu können? Oder warte ich lieber im Sumpfgebiet, wo diese Einheit ihre Stärken ausspielen kann, verliere dafür aber einen Zug? Ein tolles Spiel, das mich immer wieder motiviert.

Das Spielmaterial kann man hier auf Davids Seite herunterladen.

Ausserdem hat ein Mitglied von boardgamegeek vor ein paar Monaten ein überaus schönes Redesign des gesamten Materials hochgeladen. Ich hab's mal hier hochgeladen, weil man sich bei boardgamegeek anmelden muss.

Dieser Beitrag wurde 5 mal editiert, zum letzten Mal von Prometheus: 22.09.2017 11:02.

22.09.2017 10:10 Prometheus ist offline E-Mail an Prometheus senden Beiträge von Prometheus suchen Nehmen Sie Prometheus in Ihre Freundesliste auf
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Danke! Interessantes Spielprinzip. Höre - also lese - ich jetzt zum ersten Mal.

Ich finde es auch faszinierend einen "Gegner" via logischer Regeln zu simulieren. Ich schaue mir das mal genauer an!

__________________

22.09.2017 11:15 HRMeinert ist offline E-Mail an HRMeinert senden Homepage von HRMeinert Beiträge von HRMeinert suchen Nehmen Sie HRMeinert in Ihre Freundesliste auf
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Original von HRMeinert:

Ich finde es auch faszinierend einen "Gegner" via logischer Regeln zu simulieren.

Genau dieses Simulieren eines Gegners fasziniert mich auch so sehr an diesen Spielen. Meist sind das sehr einfache Regeln, die dahinter stehen. Umso genialer, wenn man trotzdem das Gefühl eines "echten" Gegenspielers hat. Viele Solitaire-Spiele funktionieren ja eher wie "Rätsel" - man sucht und findet die Taktik, die immer funktioniert, und "löst" das Rätsel. Ich finde dagegen solche Spiele spannend, bei denen die Reaktion des Gegners nicht eindeutig vorhersagbar ist und es entsprechend keine eindeutige Lösung gibt.

Danke für's Lesen! smile
22.09.2017 11:55 Prometheus ist offline E-Mail an Prometheus senden Beiträge von Prometheus suchen Nehmen Sie Prometheus in Ihre Freundesliste auf
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Micro Rome (+ Addon "Aegyptus")



Ein weiteres Spiel, das ich jetzt seit Wochen immer mal wieder in einer freien Minute hervorgrüble und spiele, ist Micro Rome: Es handelt sich dabei um ein Kartenlegespiel, in dem man durch geschicktes Anlegen zufällig gezogener Karten ein möglichst punkteträchtiges "Tableau" zusammensetzen muss. Dabei gibt es einige Einschränkungen, die zu beachten sind. Die Regeln sind schnell erlernt – das Spielziel selber ist aber überaus schwer erreichbar.

Spielmaterial

Micro Rome besteht aus 15 doppelseitigen Karten (24, wenn man das Addon "Aegyptus" dazunimmt) und ist recht schnell zusammengebastelt. Man bedruckt am besten entweder eine dicke Seite doppelt oder klebt einfach zwei normale A4-Seiten aufeinander. Das Design hat einen eigenen, naiven Charme mit seinen einfachen Figurendarstellungen und Bauwerken.

Spielprinzip

Es gilt im Spiel, durch geschicktes Anlegen zufällig gezogener Karten an die Basiskarte mittels durchdachter Kombination einzelner Figuren und Landschaftselemente eine möglichst hohe Punktzahl zu erreichen. Die Karten werden dafür gemischt und die "Kolosseumskarte" - das ist die letzte Karte, die man ausspielt - wird oben auf den Stapel gelegt. Man zieht nun man nach und nach die jeweils unterste Karte des Stapels und spielt sie aus, indem man sie möglichst geschickt an das bereits vorhandene Tableau anlegt. Dabei muss man beachten, dass die anzulegende Karte mindestens drei Quadrate des vorhandenen Tableaus abdeckt. Hindernisse wie Gewässer und Barbaren darf man dabei nicht verdecken - Figuren und Bauwerke schon - allerdings nur, wenn die gelegte Karte das gesamte Bauwerk abdeckt. Bestimmte Figuren geben horizontal oder vertikal nebeneinandergelegt Punkte - manche mehr, manche weniger. Dabei sind die meisten Punkte natürlich bei den schwierigsten Kombinationen drin. So legt man beispielsweise Pärchen aus Männlein und Weiblein (3 Punkte), gruppiert Senatoren zusammen (2-12 Punkte), lässt Barbaren von Prätorianern überwachen (1 Punkt, unbewacht geben sie 2 Punkte Abzug) und stellt Händler zu Märkten (2 Punkt pro Händler und Markt). Einige Landschaftselemente - wie die Villa - verdoppeln die Punktzahl einzelner Kombinationen, der Tempel gibt Punkte gemäss der Anzahl der ihn berührenden römischen Einheiten (1-15 Punkte). Andere Landschaftselemente behindern einen beim Ausbau des Tableaus.
Das Taktische am Spiel ist es, dass man jeweils geschickt abwägen muss, ob man an einer Stelle des Tableaus einen Malus duldet, wenn man dafür anderswo einen guten Bonus erhält. Auch kann man vorausschauend planen, beispielsweise einzelne Figuren bereitlegen und hoffen, dass die richtige Karte zur rechten Zeit auftaucht.

Wunderbar ist auch das kleine, aber sehr feine Addon, dass der Entwickler später ebenfalls kreiert hat: Es handelt sich um ein ägyptisches Szenario, das man ins Spiel bringt, wenn eine bestimmte Bedingung im Hauptspiel erfüllt wurde: Dann gruppiert man die ägyptischen Karten um den Nil und erhält zusätzliche Boni oder Mali - etwa durch Pyramiden, Getreideanbau im Nildelta oder Abzüge durch sichtbare Sklaven. Besonders toll ist, dass die beiden Regionen sich beeinflussen: Wer Getreideanbau am Nil mit Warenbehältnissen verbindet, erhält auf dem Romtableau zusätzliche Boni für jeden Händler, der an einem Markt steht.

Fazit

Micro Rome ist ein ein sehr einfach zu verstehendes, aber überaus anspruchsvoll zu meisterndes Spiel, das es schafft, eine gute Balance zwischen dem Glücksfaktor (zufällig gezogenen Karten) und taktischer Planung zu vermitteln. Durch die zufällig gezogenen Karten ergibt sich jedesmal eine ganz andere Ausgangslage. Positiv ist auch, dass man es innerhalb kürzester Zeit parat hat und losspielen kann, während ein Durchgang in der Regel so zwischen fünf Minuten und einer Viertelstunde dauert. Schade finde ich einzig, dass der Entwickler nach dem genialen "Aegyptus"-Addon keine zusätzlichen Erweiterungen herausgegeben hat - Ein "Gallia"- oder "Graecia"-Addon fände ich grossartig. Die Gestaltung der Karten gefällt mir ausnehmend gut: Der simple Stil der Figuren ist unaufdringlich und fast naiv, das gesamte Design aber fängt die Thematik schön ein. Alles in Allem also ein flott zu spielendes, herausforderndes Spiel für zwischendurch, das ich nur empfehlen kann. Nur ein einziges Mal habe ich übrigens im Basisspiel die erforderliche Punktzahl erreicht...


Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, zum letzten Mal von Prometheus: 24.09.2017 13:48.

24.09.2017 13:43 Prometheus ist offline E-Mail an Prometheus senden Beiträge von Prometheus suchen Nehmen Sie Prometheus in Ihre Freundesliste auf
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Ein überaus launiges Spielchen für alle, die von Zombies nie genug kriegen können - und auch für solche, die von Zombies mehr als genug haben (wie mich) ist Zombie in my Pocket. Das "in my Pocket" ist durchaus Programm, denn das kleine Kartenlege-Spiel passt in seiner Grundform wirklich in jede Hosentasche, ist überaus "druckerfreundlich" (gerade mal drei Seiten umfasst es) und lässt sich schnell zusammenstellen. Insgesamt besteht es aus neun Ereigniskarten und 16 kleineren Kärtchen, die den Ort bilden, in dem man sich herumbewegt: Das Innere eines Hauses und den angrenzenden Garten.

Das Grundszenario ist einfach erklärt: Die scheinbar unaufhaltsame Zombieplage muss aufgehalten werden. Dafür muss man im Haus den geheimen Raum suchen, in dem sich das Totem, eine Art unheiliger Kultgegenstand, befindet. Ist das geschafft, geht's raus in den Garten, wo man den Friedhof finden und das Totem begraben muss. Das klingt einfacher als es ist: Denn einerseits haben wir nur drei Stunden Zeit, andererseits wollen uns allerhand keuchende Zombies an den Kragen. Dafür finden wir diverse Gegenstände, die uns das Leben leichter oder den schlurfenden Gegnern ihr Unleben schwerer gestalten. Vom grausigen Oberschenkelknochen, der zur Waffe umfunktioniert wird, über die klassische Motorsäge (für die man erst Benzin auftreiben muss) bis hin zu Coladose oder Golfschläger findet man da Kram.

Spielmechanisch funktioniert das folgendermassen: Zuerst werden die Ortskärtchen des Hauses auf den Tisch gelegt, wobei man das Foyer, durch das man das Haus betritt, offen hinlegt, die restlichen Kärtchen dagegen werden nach und nach zufällig gezogen und hingelegt, wenn wir einen neuen Raum "betreten". Bei Betreten eines Raumes zieht man eine der Ereigniskarten und erhält je nach Glück einen Gegenstand oder begegnet einem Gegner. Möglicherweise passiert auch gar nichts. Genial ist dabei die Zeitmechanik umgesetzt: Jede Ereigniskarte hat drei "Stunden" aufgedruckt: Während wir so das Haus durchsuchen, gehen die Karten nach und nach zur Neige. Ist die letzte Karte des Stapels abgelegt, gilt die erste Stunde als vergangen. Man nimmt den Stapel wieder, mischt durch und zieht wiederum Karten, wobei jetzt eben die Ereignisse der zweiten Stunde eintreten. Wer aufgrund der Konflikte verletzt ist, kann sich ausruhen und Hitpoints regenerieren, aber das kostet "Zeit" (die nächste Karte wird abgelegt). Dasselbe gilt, wenn man vor Zombies flieht oder sich versteckt. Durch diese Mechanik hat man stets einen gewissen Zeitdruck und muss immer abwägen, wie man damit umgeht.

Während das Basisspiel alleine sehr unterhaltsam ist und sich immer wieder zu einer kurzen Partie anbietet, gibt es inzwischen etliche sehr interessante Zusatzszenarios - einige vom Entwickler des Spiels selber geschrieben, andere von der Community bei boardgamegeek beigetragen. Die handeln so jedes erdenkliche Szenario ab, das in der Thematik möglich ist. So kann man als Wissenschaftler, als Okkultist, gar selber als Zombie das Spiel bestreiten oder das Solitärspiel zu zweit in Angriff nehmen - das sind insgesamt sage und schreibe 20 alternative Geschichten, die man alle mit denselben Spielmaterialien erleben kann.

ZimP ist ein unterhaltsames Spiel, das in fünf bis zehn Minuten durchgespielt ist und sich immer anders spielt. Wer die Luxus-Version will, kann sich dank reichhaltigem Material auch ein edles Schächtelchen ausdrucken. Wem das Design grundsätzlich nicht gefällt, der findet allerhand alternative Designs aus der Community (unter "files" auf der Seite) oder sogar alternative Themenbereiche jenseits von Zombies, Totems und Motorsägen.

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Prometheus: 12.11.2017 15:44.

12.11.2017 15:39 Prometheus ist offline E-Mail an Prometheus senden Beiträge von Prometheus suchen Nehmen Sie Prometheus in Ihre Freundesliste auf
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