08.09.2007, 13:20
![[Bild: 3da3de64de4d63265f6c01d02.jpg]](http://image-upload.biz/files/3da3de64de4d63265f6c01d02.jpg)
Im Jahre 2077 fand man auf der Venus die Überreste einer uralten Alien-Rasse, von den Menschen fortan Heechees genannt, in Form riesiger, unterirdischer Höhlensysteme. Eine Art Goldrausch erfasste tausende von Menschen, die sich, meist unter Auferbietung ihrer gesamten Ersparnisse auf den Weg zur Venus machten um dort nach Alien-Artefakten zu suchen.
Das meiste was man fand war jedoch wertlos weil man weder die Technologie noch den Verwednungszweck der gefundenen Geräte verstand. Schließlich fand ein Glückspilz namens Sylvester Macklin etwas unvergleichlich besseres als den üblichen Heechee-Schrott. In einer der zahlreichen Höhlengänge stieß er auf ein zurückgelassenes Heechee-Raumschiff. Er schaffte es das Raumschiff zu aktivieren, startete und verließ die Venus in Richtung Tau-Space (einer Art Hyperraum in dem man sich mit Überlichtgeschwindigkeit von einem Ort zum nächsten bewegt). Als er den Tau-Space wieder verließ stellte er zu seiner eigenen Überraschung fest, dass er sich immer noch in unserem Sonnensystem befand. Das Schiff hatte automatisch Kurs zu einer verlassenen Heechee-Station genommen, die sich zwischen Venus und Merkur befand. Dort angekommen realisierte er, nach anfänglicher Euphorie, dass er das Schiff nicht umprogrammieren konnte und wohl nicht mehr nach Hause zurückkehren würde. Um die Menschheit von dieser Station in Kenntnis zu setzen ließ er die Tank-Zellen seines Schiffs explodieren um so der NASA ein registrierbares Signal zu liefern.
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Kurze Zeit später entdeckte man die Station und gründete eine internationale Organisation, genannt Gateway Enterprises, deren Aufgabe es war, die Station zu leiten und die dort neu entdeckte Heechee-Technologie zu erforschen. In der riesigen Raumstation fand man bald dutzende weitere Schiffe der Heechee. Man konnte zwar ihre Technologie nicht verstehen aber wußte bald, dass sich alle Schiffe relativ leicht aktivieren ließen. Allesamt hatten sie verschiedene Kurse einprogrammiert, die zu unbekannten Orten innerhalb der Galaxis führten. Ein neuer Typ von Raumfahrer war geboren. Der sogenannte Prospector. Als ein solcher hatte man nichts anderes zu tun als in eins der Heechee-Schiffe zu steigen und in Richtung des vorprogrammierten Kurses ins Unbekannte zu fliegen. Manche hatten Glück und trafen auf belebte Welten oder verlassene Heechee-Stationen und konnten durch das Mitbringen von Heechee-Technologie steinreich werden. Die Mehrzahl der Prospectors aber fand leblose Planeten oder Monde vor und 15% der Raumfahrer kamen nie wieder zurück, etwa weil sie in die Nähe eines sterbenden Sterns oder eines schwarzen Lochs gerieten.
![[Bild: 7c695b12432b1eb2e0c20854e.jpg]](http://image-upload.biz/files/7c695b12432b1eb2e0c20854e.jpg)
Inzwischen schreibt man das Jahr 2102. Als glücklicher Gewinner einer Lotterie und somit eines Tickets zur Raumstation Gateway hast du die Chance als Prospector zu Ruhm, Ehre und Reichtum zu kommen. Wie viele deiner Kollegen kommst du in der Station an und mußt dich, nachdem du dich mit den Örtlichkeiten vertraut gemacht hast einem kleinen Briefing unterziehen. Danach kanns eigentlich schon losgehen. Du steigst in eins der Heeche-Schiffe und hast die Wahl zwischen 4 verschiedenen Kurskoordinaten, die dich zu versschiedenen Sonnensystemen in der Galaxis bringen.
![[Bild: b17a8e51c0a1495cf1cb5b3a5.jpg]](http://image-upload.biz/files/b17a8e51c0a1495cf1cb5b3a5.jpg)
Soweit die Vorgeschichte.
Mit Gateway lieferte Legend Entertainment 1992 ein im Grunde genommen textbasiertes Science-Fiktion-Adventure auf der Grundlage des gleichnamigen Roman-Dreiteilers von Frederik Pohl.
Obwohl es sich hier um ein Text-Adventure handelt hat man mit der Maus die Möglichkeit direkt mit Objekten im Bild zu interagieren. Auf der linken Seite des Interfaces befindet sich zudem noch eine Liste aller verwendbaren Verben und Substantive, was den Spielablauf entscheidend vereinfacht. Die Navigation erfolgt entweder durch entsprechende Texteingaben oder via der Windrose im linken oberen Teil des Menüs.
![[Bild: Frederik%20Pohls%20Gateway2.png]](http://www.abandonia.com/games/540/download/images/games/Frederik%20Pohls%20Gateway2.png)
Die Grafik ist relativ gut, obwohl man sich vielleicht ersteinmal an die kleine Bildgröße im Vergleich zum restlichen Interface gewöhnen muß.
Die verschiedenen Planeten, die man im Laufe des Spiels erkundet, mit ihren exotischen Planzen und Tieren sind grafisch sehr schön umgesetzt und lassen den Spieler in teilweise bizarre und fremdartige Welten eintauchen.
Auch die Story kann sich sehen lassen. Was als einfacher Aufbruch ins Unbekannte beginnt wird bald zum lebensgefährlichen Abenteuer. Typisch für derartige Adventure von Legend Entertainment ist, dass sie zeitbasiert sind und dass man auch schnell mal sterben kann, was den Realitätsgrad um einiges steigert.
![[Bild: Frederik%20Pohls%20Gateway5.png]](http://www.abandonia.com/games/540/download/images/games/Frederik%20Pohls%20Gateway5.png)
Die Rätsel sind meist nicht allzu schwer aber auch nicht zu einfach. Mitunter gibt es auch einige harte Nüsse im Spiel zu knacken. Auch wenn der Schwierigkeitsgrad manchmal recht hoch ist sind die Rätsel dennoch immer logisch aufgebaut und meist kommt man dann auch durch logisches Denken und unter zur-Kenntnisnahme von Hinweisen diverser Spielfiguren zur entsprechenden Lösung.
Abstriche gibt es meines Erachtens beim Sound. Die Begleitmusik ist zwar nicht unbedingt schlecht und paßt auch irgendwie zum Spiel aber mit der Zeit geht sie einem etwas auf die Nerven. (Ähnliches liest man in vielen Reviews zum Spiel aber es stimmt einfach
) Die allgemeinen Soundeffekte (sowie Hintergrund-Melodien und -Geräusche) sind hingegen ok, wenn auch nicht unbedingt atemberaubend. Leider ist dieses Spiel, soweit mir bekannt ist nur in englischer Sprache erhältlich. Somit kann der Schwierigkeitsgrad entsprechend den eigenen Englisch-Kenntnissen auch etwas höher liegen.
![[Bild: Frederik%20Pohls%20Gateway2.png]](http://www.abandonia.com/games/540/download/images/games/Frederik%20Pohls%20Gateway2.png)
Obwohl vielleicht etwas zu kurz geraten (was aber auch an der Romanvorlage liegen kann) ist Gateway alles in allem dennoch ein durchaus gelungenes Adventure mit detailreicher Grafik, ausgeklügelten Rätseln und einer packenden Story. Ein muß für jeden Adventure- und Sci-Fi-Fan (besser man ist beides in einem
).Gruß euer Guybrush
(Bilder: eigene Uploads und http://www.abandonia.com)