Ich finde, MI4 wird von vielen Spielern schlechter dargestellt als es ist. Die Story ist natürlich insgesamt etwas mau und das Ende ziemlich fad. Aber der "MI-Humor" ist da und die "Guybrush-Atmosphäre" passt auch (Guybrush denkt ja ähnlich wie Sonata und verachtet dieses neue Touristik-Zeug, was er auch stets entsprechend kommentiert

).
Und handwerklich finde ich das Spiel absolut in Ordnung. Ich erinnere mich z.B. gut daran, dass ich wesentlich mehr vom ersten Anblick des dritten Teils geschockt war. Bei Teil 4 war das nicht der Fall. Man orientierte sich ja schließlich wieder mehr am Original (besonders beim Gesicht von Guybrush) und es gab auch eher natürliche Proportionen. Was mich da an der Grafik noch am meisten stört, ist die etwas kahl wirkende Spielwelt (durch die Umstellung auf 3D und den Verlust an Details).
Die oftmals angebrachte Kritik an der Steuerung kann ich nur bedingt nachvollziehen. Natürlich ist es etwas anderes, wenn man die Figur direkt steuert und nicht per Maus auf die entsprechenden Stellen zeigt. Aber eigentlich ist sie sehr durchdacht. Es gibt für jede Aktion einen Knopf und man kann alle Hot-Spots durchschalten, wenn man sich an einem Ort befindet. Auch das Inventar entspricht weitestgehend dem, was heutzutage bei "Multi-Ports" bzw. Konsolen-Spielen üblich ist. Insofern sollte jeder, der schon mal ein Gamepad in der Hand hatte, damit klar kommen (und ein Gamepad ist bei Monkey4 und Grim auch unbedingt empfehlenswert

).
Bei 'Tales Of MI' ist zwar die Story besser als bei Teil 4, aber dafür fand ich den handwerklichen Spielanteil nicht so gelungen. Gerade die Steuerung war da nicht gerade der großer Wurf (die Kritik an MI4 wurde nicht nur ignoriert, sondern das durchdachte Konzept sogar komplett verworfen). Und die Grafik empfand ich jetzt auch nicht unbedingt als Weiterentwicklung. In den Punkten liegen alle (!) Vorgänger deutlich vorn (die 2D-Teile natürlich am meisten

).
Besonders schwach fand ich jedoch die Wirkungslosigkeit der Multiple-Choice-Antworten und die eintönigen, kaum fordernden Rätsel. Bei einer einzelnen Episode, fällt das zunächst gar nicht so sehr auf. Spielt man aber mehrere hintereinander, erkennt man schnell ein gewisses Schema beim Ablauf. Und diesem folgen alle Episoden ziemlich strikt. Immerhin passen aber auch hier der "MI-Humor" und die "Guybrush-Atmosphäre".
Nunja, wie schon gesagt, letztendlich können beide Fortsetzungen nicht vollends mit den ersten drei Teilen mithalten.
Atreyu schrieb:Ich denke, das Beleidungsfechten ist sehr gut, wenn man das Spiel zum ersten Mal spielt. Da hat man das System noch nicht so drinnen und es fühlt sich anders an. Und wenn man endlich gut ist, kommt die Schwertmeisterin und knallt einem was völlig neues vor den Latz 
Als ich das erste Mal gegen die Piraten verloren habe, versuchte ich die Kämpfe immer zu umgehen (man siehst sie ja in der Übersicht). Erst später habe ich gemerkt, dass man die Sprüche quasi lernt und dahinter ein Schema steckt. Für mich ist das ganze Konzept und das "Sammeln" der Sprüche eine der tollsten Erfahrungen am Spiel gewesen. Heutzutage ist es natürlich etwas langatmig, weil ich die Antworten schon kenne - Guybrush aber noch nicht.