Mir fällt da noch Elder Scrolls: Online ein. War jetzt vielleicht kein ganz so großer Fehlkauf wie weiter oben, aber immer noch rausgeschmissenes Geld. Ich hatte glaub ich 25€ bezahlt. Ich war immer begeistert von Skyrim und hatte mir von ESO ein "vollwertiges Skyrim, das man mit anderen spielen kann" erhofft. Und über Skyrim hatte ich damals sowieso schon immer gesagt "wie GEIL wäre das denn, wenn man das mit jemand anderem zusammen spielen könnte".
Dann hab ich das Spiel vielleicht 2 Stunden oder so gespielt und gemerkt, dass es irgendwie gar nicht zu vergleichen ist. Das war überhaupt kein Skyrim mit Onlinemodus. Die Spielwelt war nicht annähernd so packend, es wirkte stellenweise sogar sehr kahl und lieblos und es fühlte sich einfach nicht so an als würde man sich auf ein Abenteuer in einer wunderschönen Fantasiewelt begeben. Bei Skyrim hatte ich schon allein Spaß daran, einfach durch die Orte zu spazieren und die Atmosphäre wirken zu lassen, da bin ich teilweise sogar richtig von meinen Aufgaben abgekommen. Bei ESO hab ich dieses Gefühl richtig vermisst. Will dem Spiel kein Unrecht tun, kann ja nichtmal mehr was zur Spielmechanik oder so sagen. Aber im Gegensatz zu Skyrim kam es mir echt generisch und 0815 vor.
Da man ein kontogebundenes Spiel nicht einfach so verkaufen kann, hab ich es irgendwann einfach verschenkt.
Hätte ich da aber wie für AC3 damals in etwa das Doppelte an Kohle hingelegt, wäre das echt schmerzhaft gewesen.
Interessant, dass du ESO erwähnst. Ich hab gestern Morgen noch überlegt, ob ich mir nicht doch Billig-Keys für das Hauptspiel und für das Morrowind-Add-On besorge. Dann hab ich mir aber nochmal ein paar Reviews auf YouTube angeschaut und mich dagegen entschieden.
purpur schrieb:Die Spielwelt war nicht annähernd so packend, es wirkte stellenweise sogar sehr kahl und lieblos und es fühlte sich einfach nicht so an als würde man sich auf ein Abenteuer in einer wunderschönen Fantasiewelt begeben. (...) im Gegensatz zu Skyrim kam es mir echt generisch und 0815 vor.
Genau das höre ich von Vielen. Hab von jemandem gelesen, der das Spiel bis Level 37 gespielt hat und dennoch war der Funken nie übergesprungen. Die Welt ist einfach absolut nicht das, was man von Single-Player-Elder-Scrolls so kennt. In einem Video-Review hieß es "It's nothing more than another generic MMO – just with an Elder Scrolls coat of paint."
Ich selbst hab das Hauptspiel ja nur damals für ein Wochenende zur Test-Beta gespielt und fand's da schon am zweiten Tag ermüdend und fad. Ich hatte nichtmal Lust, das Spiel überhaupt nochmal zu starten. Und auch wenn sich das Spiel inzwischen stark gewandelt hat, lockt's mich nicht hinterm Ofen hervor.
Klar... Ich hätte schon Lust, mir die vertraute Morrowind-Welt mal "in neu" anzuschauen (auch wenn die Designer es entschieden übertrieben haben mit den Riesenpilzen), aber bei ESO geht es schließlich um das Online-System mit all den Eigenheiten und Features, die MMORPGS eben haben. Und die waren noch nie mein Ding – und werden's auch nie sein. An sowas hab ich für zwei/drei Stunden mal Spaß und danach pack ich's nie wieder an.
Hatte ich hier wirklich mal die Top 3 meiner 360-Fehlgriffe aufgelistet, aber Mortal Kombat mit keiner Silbe erwähnt? Das muss nachgeholt werden! Gerade wurde ich von der Legacy Kollection auch noch mal schmerzlich daran erinnert. Also: Mitte der 90er kaufte ich mir Mortal Kombat für mein Super NES. Was dachte ich damals in meinem jugendlichen Leichtsinn? Dass der Mega-Drive-Port zensiert war, sich die Zensurmaßnahmen aber durch einen Cheat aufheben ließen, wusste ich aus der Video Games. Ich dachte, das geht bei der SNES-Version bestimmt auch; außerdem sollte das Spiel von der höheren Farbpalette gegenüber der Mega-Drive-Fassung sicher profitieren. Letzteres stimmte auch, aber leider hatte ich mir so ziemlich den einzigen zensierten Port von dem Spiel geholt - dass es sich obendrein schlechter als auf dem Mega Drive spielte, war dann noch das Tüpfelchen auf dem i. Danach hatte ich kein Geld mehr für ein Mortal Kombat ausgegeben, bis X erschien. Immerhin hatte ich für Mortal Kombat kein Vermögen ausgegeben (in einem An- und Verkaufladen für 20 Mark oder so für das lose Modul).
Erwähnenswert finde ich auch noch die Assassin’s-Creed-Chronicles-Trilogie. Über die hatte ich mich nie informiert. Ich dachte immer, dass wären leicht abgespeckte 3-D-Episoden der Reihe, die gegenüber der offiziellen Reihe lediglich weniger Umfang aufweisen. Als die Chronicles dann mal komplett im PS Store im Angebot waren, musste ich gleich zuschlagen. Aber was für ein Schreck! Statt 3-D gab es nur 2-D (oder besser gesagt 2,5-D). Ich hatte auch eine Zeitlang den ersten Teil gespielt (müsste China gewesen sein) und dabei unglaublich wenig Spaß gehabt.
Dieser Thread ist noch nicht mal 15 Jahre alt und der letzte Beitrag kein 10! Dass du so etwas überhsupt anfässt, finde ich schon merkwürdig.
Also der Microsoft Flight Simulator für Windows 95 kommt mir zum Glück nur noch Erinnerung, wenn ich mal die Verpackung sehe oder irgendwas darüber lese. Ansonsten sind bei mir die Fehlkäufe mittlerweile eigentlich kein großes Thema mehr. Zumindest fällt mir spontan nix ein, das ich in jüngster Zeit als Ärgernis wahrgenommen habe .
Nanu, so einen Thread gibt es? Wunderbar, da steuere ich doch gerne etwas bei.
Indy and the Great Circle. Herbste Enttäuschung seit... seit wann eigentlich? Ich glaube: seit ich mich erinnern kann. Nein: Ich kann mich an kein Spiel erinnern, das mich so enttäuscht hat. Dabei begann es mit so viel Indy-Flair, dass ich regelmässig beglückt aufjauchzte. Die praktisch 1:1-Umsetzung des Beginns von Raiders of the Lost Ark hat mich ungemein fasziniert.
Die ersten 1 1/2 Stunden bot das Spiel kompakte, konzentrierte Action, geradlinig, atmosphärisch dicht, wie ein Indy-Film. Ich fand das super.
Dann, wie die Faust ins Gesicht: Open World-Gedöns, das aus Ubisofts Wurstfabrik stammen könnte, nur noch viel langweiliger ist. Die Routinen sind stumpf und recht schnell durchschaut. Schlimmer sind sich rasch wiederholende Elemente - etwa die immergleichen Gespräche von Charakteren, die diese jedesmal zum Besten geben, wenn man in ihre Nähe kommt.
Der Vatikan fühlte sich, nach ca. 1/2 Stunde des Erforschens, wie eine Welt ohne echte NPC-Reaktionen an.
(Beispiele: als Priester an Häuserfassaden herumklettern - interessiert Fascho-Wachen nicht; das Öffnen uralter Geheimzugänge unter gewaltigem Lärm und Erbeben der Erde - interessiert Soldaten nicht, die 20 Meter entfernt stehen; ein Geheimgang in einer Krypta, den man öffnet - interessiert den direkt davorstehenden Priester nicht, und auch nicht alle anderen, die daran vorbeikommen)
Sowohl Vatikan als dann später auch Giza zeigten darüberhinaus Welten, die nach Auseinandersetzungen oft gleich wieder auf default zurückschalten und wo freies Handeln eigentlich gar keine echten Konsequenzen hat. Die Welt bleibt immer die gleiche.
Mechanisch scheint mir sowohl Kämpfen als auch Schleichen gleichermassen halbgar umgesetzt und ich fühlte mich weder zum einen noch zum anderen motiviert. Wegrennen war oft die bessere Alternative.
Die Story ist hanebüchen und hat groteske Inkonsistenzen, aber ich habe auch schon in Giza aufgegeben, weil mir einfach die Motivation fehlte, es kann also sein, dass sie besser wird. In der Erzählweise fehlt mir aber konkret der dramaturgische Drive, der die Indyfilme ausmacht: Gerade in den Open World-Bereichen gibt es keinerlei Gefühl von Bedrohung. Man denkt nicht "ich muss die Nazis davon abhalten, die Welt in den Abgrund zu reissen", sondern "ich muss noch dieses oder jenes Achievement oder diese oder jene Nebenquest abschliessen, um meinen Indy-Charakter aufzuleveln". Wieso eigentlich muss ich Indy "aufleveln", um "stärker" zu werden? Er ist ein Abenteurer in seinen besten Jahren...
Manches im Questdesign ist so gezwungen und absurd, dass es wehtut: etwa die Photoapparatquest, die man offenbar eingebaut hat, damit man einen Aufhänger hat, um dieses nutzloseste und deplatzierteste aller Gimmicks ins Spiel zu bringen.
(Indy braucht einen Photoapparat im Vatikan - wieso auch immer, er könnte auch Notizen in sein Tagebuch machen. Es gibt nur einen Ort im Vatikan, wo es einen Fotoapparat gibt: Im vatikanischen Fundbüro! Indy hat aber kein Geld für so ein magisches Polaroidgerät (das, ganz ohne Labor und Entwicklungszeit, auf wundersame Weise Fotos schiesst. 1936...). Sein Priesterkumpel hat offenbar auch kein Geld. Konsequenz: Indy muss Geld stehlen. Von wem? Von den Faschistensoldaten natürlich, die ihre Lager aufgeschlagen haben! Eigentlich sollte er ja undercover bleiben, aber egal. Schliesslich hat er die Kohle zusammen. Damit geht's zum Fundbüro des Vatikan, das zufällig ausgerechnet in einem von den Faschisten abgeschlossenen Viertel liegt, in das Indy sich also hineinschleichen muss. Im Fundbüro kauft er schliesslich das Gerät, worauf das abgeschlossene Viertel sich öffnet, als hätten die Faschisten auf den Kauf gewartet.
Grafisch sieht das Spiel super aus, und die Musik stimmt auch. Auch die englische Sprachausgabe ist superb gelungen. Aber als Spiel hat es mich übelst enttäuscht. Es erscheint mir, als hätte man fast zwanghaft versucht, keinen Uncharted-Indy zu produzieren, dass man die grossen Tugenden von Uncharted ebenfalls ablehnte. Die Rasanz, die kompakte, konzise, perfekt inszenierte Handlung, das Gefühl für Bedrohung und Handlungszwang, all das, was Uncharted ausmachte (und was es seinerseits aus den Indy-Filmen übernommen hat), finde ich hier nicht. Wie gesagt, womöglich wird das Spiel später besser, aber der krasse Übergang von zwar linearen, aber gut inszenierten, klar strukturierten und erzählerisch dichten Abschnitten zu Beginn in die konsequenzlosen Open Worlds mit ihren Nebenquests und ihren Sammelorgien hat mich leider schon ziemlich abgeschreckt. In Giza war die Reise dann vorbei für mich, weil ich weder mit dem Kampfsystem noch mit dem Schleichen klarkam und ich schlichtweg das Interesse verlor.
(06.03.2026, 21:43)Prometheus schrieb: Indy and the Great Circle. Herbste Enttäuschung seit... seit wann eigentlich?
Ich finde es witzig, dass du das Spiel von einer ganz anderen Seite beleuchtest. Bestimmt 90% aller Leute, die das Spiel gespielt haben, mochten es extrem gerne, ich habe bisher quasi nur positive Stimmen dazu gehört. Bis jetzt zumindest!
Aber wenn ich ehrlich bin, ich bin ein großer Fan des Handholdings in Games. Das neue Indy ist ein Spiel, dass einen nicht überfordert und eben dieses Handholding bietet. Ich muss gestehen, dass ich das ganze Game schon als LetsPlay von Gronkh geschaut habe, aber als es überraschend auf GoG auftauchte, war es ein Must-Buy, alleine schon, um die Fähigkeiten meines neuen PCs zu testen. Beim Schauen des LPs war ich aber auch immer gut unterhalten, ich hatte nie das Gefühl, dass hier irgendwas absurd wäre. Aber ich verstehe auch deine3n Standpunkt. Übrigens: Ich habe Uncharted: Legacy of Thieves Collection auch auf GoG und es machte beim ersten Anspielen auch einen guten Eindruck
In ewigem Gedenken an SonataFanatica... R.I.P., mein alter Freund
eigentlich ganz lustig und sieht auch toll aus.....aber , aaaber - ich bin mit abstand der schlechteste spieler überhaupt
ich komm einfach nicht über die 5-6 "passage" hinaus
Mir fällt noch Atomic Heart ein, um nach so vielen Jahren mal ein aktuelleres Beispiel zu nennen (2018 war mein letzter Post). Ein Freund hatte mir mal das gesamte Intro des Spiels gezeigt als ich bei ihm war und anfangs war ich noch so begeistert von diesem Bioshock-artigen Setting und der Prämisse, dass ich es anschließend umgehend kaufen musste. 30 oder 40€ hab ich glaub ich bezahlt, da war das Spiel auch noch nicht alt.
Mit meiner damaligen Freundin hab ich es dann angefangen zu spielen, und nachdem uns die ersten Spielstunden in diesem großen Gebäudekomplex noch echt Spaß gemacht haben, verloren wir gleichermaßen komplett den Spaß daran sobald es in die Open World ging. Das Game Design mit den Robotern kotzt wirklich an ohne Ende, und so soll dann wohl der Rest des Spiels sein. Ich find es einfach völlig inakzeptabel, dass die Roboter unendlich lange respawnen und man damit wirklich niemals wirklich Ruhemomente im Spielablauf hat, weil man somit auch keine Bereiche säubert sondern quasi mit buchstäblich endlosen Gegnerwellen zu tun hat. Entweder man kämpft/ballert immer weiter oder man sucht sich einen neuen Ort, an dem man dann für kurze Zeit ungestört ist. Die Dinger haben genervt wie Scheiße. Obendrein fand ich den Protagonisten auch einfach nicht gut geschrieben.
Das war für mich dann kein Spiel, das zufällig im Sand verlaufen ist so wie das mal passieren kann, sondern ich hatte bewusst entschieden dass es nicht wert ist das weiterzuspielen, und dafür fand ich das Geld dann tatsächlich zu teuer.
Mir sind auch noch ein paar neuere Fehlgriffe eingefallen.
Azurik: Rise of Perathia (2001)
Nicht neuer als mein Beitrag von 2012, aber gekauft habe ich es mir erst hinterher. Ich hatte bei dem Xbox-exklusiven Spiel ein episches Action-Adventure erwartet, das bloß wegen seiner Exklusivität untergegangen ist. Aber leider habe ich nicht sehr viel von dem Spiel gesehen, weil ich an den Kämpfen gescheitert bin. Egal welcher Gegner, ich hatte mit Mühe und Not einen oder zwei davon töten können, aber dann zu wenig Lebensenergie für weitere Kämpfe übrig. Auch einfach nur so erkunden und an Gegnern vorbeilaufen funktionierte für mich nicht.
Generation Zero (2019)
Auch hier weiß ich nicht, was ich falsch gemacht habe, aber ich konnte keinen einzigen Kampf bestehen. Die Story klingt auf dem Papier sehr interessant, aber leider habe ich nicht viel von dem Spiel gesehen. Nachdem ich die Feinde nicht töten konnte, habe ich auch hier die Alternativtaktik versucht, einfach den ersten Zielpunkt auf der Karte (eine Kirche) zu erreichen, weil vielleicht ist das Spiel ja so gedacht, dass man anfangs nur fliehen kann und später nützliche Waffen zum Bekämpfen der Roboter findet oder von NPCs bekommt. Aber dort gab es nichts wirklich hilfreiches und die Roboter waren immer noch da draußen und so habe ich das Spiel nach vielleicht gerade mal einer Stunde Spielzeit trotz Vollpreiskauf wieder weggelegt.
The Crew 2 (2018)
Vom Vorgänger war ich 2014 sehr begeistert: The Crew 1 war für mich eine der ersten sehr positiven Online-Spiel-Erfahrungen, weil es eine vollvertonte Singleplayer-Kampagne gab, die man auch genau so spielen konnte. Es war die typische Mischung aus Story-Missionen und Erreiche-ein-bestimmtes-Karrierelevel-Zielen, die mich angespornt haben, bis zum Ende (der Kampagne) weiter zu spielen. Bei The Crew 2 fehlt das alles: es gibt einfach nur noch "Festivals", die man zum Spaß an der Freude fahren kann, aber keine wirklichen Ziele, auf die man hinarbeitet. Keine feste Anzahl von Goldmedaillen, auf deren Vervollständigung man hinarbeiten kann. Nein, einfach jede Woche ein neues Festival, an dem man teilnehmen kann oder auch nicht - es ist egal, es gibt keinen Abschluss, verpasst man ein Event, nimmt man einfach nächste Woche am nächsten teil. Es ist die sprichwörtliche Sisyphusaufgabe, von der ich schon im realen Leben genügend von habe und sie nicht noch virtuell haben möchte. Und das war glaube ich eine Vorbestellung, weil ich ja von Teil 1 so begeistert war. Teil 2 habe ich nur verdammt kurz gespielt, und seitdem gucke ich bei Online-Spielen doch wieder sehr genau hin, welche Mechanik sie haben.