Gedichte aus eurer Schulzeit?
#1
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Mal wieder so 'ne kleine Nostalgie-Umfrage Smile:

Welche Gedichte musstet ihr damals in eurer Schulzeit auswendig lernen?
Und noch viel interessanter: Welche dieser Gedichte könnt ihr heute auch noch aufsagen? Big Grin
[Bild: cgb-signaturwdjiq.png]
Du hast eine (nicht mehr ganz so) geheime Botschaft entdeckt:
"Besucht Heinrich's Spiele-Ausstellung!" ;-)


Big Grin Big Grin
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#2
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Gott sei Dank nur eins, zumindest kann ich mich nur noch daran erinnern.

Ein Teil davon ist immer noch präsent, aber komplett aufsagen, vielleicht wenn man es sich noch ein paar mal durchliest

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland,
Ein Birnbaum in seinem Garten stand,
Und kam die goldene Herbsteszeit

Und die Birnen leuchteten weit und breit,
Da stopfte, wenn's Mittag vom Turme scholl,
Der von Ribbeck sich beide Taschen voll,
Und kam in Pantinen ein Junge daher,
So rief er: »Junge, wiste 'ne Beer?«
Und kam ein Mädel, so rief er: »Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick hebb 'ne Birn.«

So ging es viel Jahre, bis lobesam
Der von Ribbeck auf Ribbeck zu sterben kam.

Er fühlte sein Ende. 's war Herbsteszeit,
Wieder lachten die Birnen weit und breit;
Da sagte von Ribbeck: »Ich scheide nun ab.
Legt mir eine Birne mit ins Grab.«
Und drei Tage drauf, aus dem Doppeldachhaus,
Trugen von Ribbeck sie hinaus,
Alle Bauern und Büdner mit Feiergesicht
Sangen »Jesus meine Zuversicht«,
Und die Kinder klagten, das Herze schwer:
»He is dod nu. Wer giwt uns nu 'ne Beer?«

So klagten die Kinder. Das war nicht recht -
Ach, sie kannten den alten Ribbeck schlecht;
Der neue freilich, der knausert und spart,
Hält Park und Birnbaum strenge verwahrt.
Aber der alte, vorahnend schon
Und voll Mißtraun gegen den eigenen Sohn,
Der wußte genau, was damals er tat,
Als um eine Birn' ins Grab er bat,
Und im dritten Jahr aus dem stillen Haus
Ein Birnbaumsprößling sproßt heraus.

Und die Jahre gingen wohl auf und ab,
Längst wölbt sich ein Birnbaum über dem Grab,
Und in der goldenen Herbsteszeit
Leuchtet's wieder weit und breit.
Und kommt ein Jung' übern Kirchhof her,
So flüstert's im Baume: »Wiste 'ne Beer?«
Und kommt ein Mädel, so flüstert's: »Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick gew' di 'ne Birn.«

So spendet Segen noch immer die Hand
Des von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland.
[Bild: guru_meditationihv1.gif]
[Bild: 4936274739.png]
[Bild: acyslv-2.png]
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#3
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Der Zauberlehrling von Goethe

Wobei mir nur noch der letzte Abschnitt (In die Ecke, Besen, Besen! (…)) im Gehirn eingebrannt ist.
Zitat:Hat der alte Hexenmeister
sich doch einmal wegbegeben!
Und nun sollen seine Geister
auch nach meinem Willen leben.
Seine Wort und Werke
merkt ich und den Brauch,
und mit Geistesstärke
tu ich Wunder auch.

Walle! walle
Manche Strecke,
daß, zum Zwecke,
Wasser fließe
und mit reichem, vollem Schwalle
zu dem Bade sich ergieße.

Und nun komm, du alter Besen!
Nimm die schlechten Lumpenhüllen;
bist schon lange Knecht gewesen:
nun erfülle meinen Willen!
Auf zwei Beinen stehe,
oben sei ein Kopf,
eile nun und gehe
mit dem Wassertopf!

Walle! walle
manche Strecke,
daß, zum Zwecke,
Wasser fließe
und mit reichem, vollem Schwalle
zu dem Bade sich ergieße.

Seht, er läuft zum Ufer nieder,
Wahrlich! ist schon an dem Flusse,
und mit Blitzesschnelle wieder
ist er hier mit raschem Gusse.
Schon zum zweiten Male!
Wie das Becken schwillt!
Wie sich jede Schale
voll mit Wasser füllt!

Stehe! stehe!
denn wir haben
deiner Gaben
vollgemessen! –
Ach, ich merk es! Wehe! wehe!
Hab ich doch das Wort vergessen!

Ach,...s ersaufen?
Seh ich über jede Schwelle
doch schon Wasserströme laufen.
Ein verruchter Besen,
der nicht hören will!
Stock, der du gewesen,
steh doch wieder still!

Willst am Ende
gar nicht lassen?
Will dich fassen,
will dich halten
und das alte Holz behende
mit dem scharfen Beile spalten.

Seht da kommt er schleppend wieder!
Wie ich mich nur auf dich werfe,
gleich, o Kobold, liegst du nieder;
krachend trifft die glatte Schärfe.
Wahrlich, brav getroffen!
Seht, er ist entzwei!
Und nun kann ich hoffen,
und ich atme frei!

Wehe! wehe!
Beide Teile
stehn in Eile
schon als Knechte
völlig fertig in die Höhe!
Helft mir, ach! ihr hohen Mächte!

Und sie laufen! Naß und nässer
wirds im Saal und auf den Stufen.
Welch entsetzliches Gewässer!
Herr und Meister! hör mich rufen! –
Ach, da kommt der Meister!
Herr, die Not ist groß!
Die ich rief, die Geister
werd ich nun nicht los.

»In die Ecke,
Besen, Besen!
Seids gewesen.
Denn als Geister
ruft euch nur zu seinem Zwecke,
erst hervor der alte Meister.«
[Bild: sigkryeu.gif]
Dt. Text-Patch für die Uncut-Version von ›IHNMIMS‹
http://ihnm.blogspot.comThread
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#4
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Viel ist da nicht hängengeblieben...

Der Erlkönig

Wer reitet so spät noch durch Nacht und Wind?
Es ist der Erlkönig mit seinem Kind.

Weiter weiß ich nicht mehr. Lyrik war nie meine Stärke. Ich kann auch so gut wie null Songtexte mitsingen.
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#5
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An die Grundschule erinnere ich mich, dass ich da ein Gedicht zur Adventszeit auswendig lernen sollte. Hab vergessen welches. War mir auch nicht so wichtig scheinbar.

Aber ich erinnere mich an meinen Rummelpott-Spruch:

Gib mir eine Gabe für mich und meine Frau.
Wir haben 99 Kinder und einen kleinen Wau-Wau

Big Grin

Meinen Konfirmationsspruch kenne ich auch noch in- und auswendig:

Ich bin das Licht der Welt.
Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis,
sondern wird das Licht des Lebens haben.

Gilt das dennoch? Confused
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#6
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Hottentottenstotterkindermutterattentäterlattengitterkotterbeutelratte
Das kenne ich aus einer Geschichte aus einem (sehr frühen) Deutschbuch. Das Wort hat sich in der Geschichte immer weiter zusammengesetzt, bis das obige Wort herauskam. Das habe ich im Kopf... das nehme ich mit ins Grab Fröhlich.
PS: Du bist übrigens mein Lieblingsuser in diesem Board!
[Bild: fyz2bla2s5sxc.gif]
Dieser Beitrag wurde nie editiert. Wozu auch... er ist wie immer perfekt und brillant.
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#7
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Mustrum schrieb:Der Zauberlehrling von Goethe

Wobei mir nur noch der letzte Abschnitt (In die Ecke, Besen, Besen! (…)) im Gehirn eingebrannt ist.
Das ist witzig: Genau der Teil ist bei mir auch hängengeblieben Big Grin.

Goethe war ohnehin sehr präsent in meinen Deutsch-Stunden. Den "Osterspaziergang" habe ich damals echt gehasst. Heutzutage gebe ich aber gelegentlich noch den ersten Vers zum Besten (mehr kann ich auch nicht mehr WinkZunge raus). Den "Erlkönig" musste ich ebenfalls aufsagen, aber den mochte ich irgendwie (ließ sich aufgrund des Rhythmus sehr schön merken).
Schiller war ebenfalls oft dran, aber an Gedichten fällt mir eigentlich nur noch "Der Handschuh" ein (was viel zu lang ist *ächz*).

Tja, außer ein paar einzelnen Zeilen ist jedoch von all dem nichts mehr in meinen Hirnzellen. Ich schätze mal, dass man sowas auch nur fürs Kurzzeitgedächtnis lernt und dann wieder vergisst (außer man will Schauspieler werden Wink).
[Bild: cgb-signaturwdjiq.png]
Du hast eine (nicht mehr ganz so) geheime Botschaft entdeckt:
"Besucht Heinrich's Spiele-Ausstellung!" ;-)


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