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0 Ich möchte gerne endlich mal meine alten Aufnahmen von der Videokamera digitalisieren (S-VHS). Zunächst hatte ich gedacht, dafür meinen alten DVD-Recorder zu nutzen (Panasonic DMR EH56). Allerdings wäre das dann noch mit MPEG2 und ich denke, da kann man heutzutage sicherlich mehr herausholen. Zumal das mit dem Aufnahmeformat auch gar nicht so einfach war (außer ich erstelle eine DVD und wandle es dann nochmals um). Von Bearbeitung ganz zu schweigen.
Leider ist der Markt ziemlich voll mit den verschiedenen Angeboten. Hat vielleicht zufällig jemand Erfahrungen damit und kann mir irgendein gutes Gerät empfehlen? Mir wäre dazu auch eine gute Aufnahme-Software wichtig (mind. noch Win7-Unterstützung), die nicht nur kompatibel ist, sondern auch halbwegs einfach zu bedienen  .
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21.06.2025, 17:46
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 21.06.2025, 17:49 von tomwatayan.)
3 Mein persönlicher Weg nutzt folgendes: - S-VHS-Videorecorder mit S-Video-Ausgang (Video) und Cinch-Ausgang (Audio)
- Panasonic DVD-Recorder/Festplattenrecorder mit S-Video- und Cinch-Eingang und HDMI-Ausgang
Die Recorder-Fähigkeit ist hierbei vollkommen Schnuppe. Laut einem Forenbeitrag, den ich vor unzähligen Jahren gefunden hatte, ist es nur wichtig, dass er einen HDMI-Ausgang besitzt und von Panasonic ist, weil die Analog-zu-Digital-Umwandlung von den damaligen Panasonic-Geräten die beste sein soll.
- HDMI-Splitter (1 Eingang, 2 Ausgänge). Hier darauf achten, dass 576i als unterstützte Resolution (Auflösung) angegeben ist.
- An die zwei Ausgänge kommen
- Fernseher mit HDMI-Eingang und am besten nicht zu neu. Es ist wichtig, dass dieser Fernseher 576i entgegennehmen kann, weil er die Auflösung mit dem Panasonic DVD-Recorder aushandelt. Ansonsten ist im Setup-Menü des Panasonic-Geräts nicht 576i bei der HDMI-Ausgabe wählbar.
- Blackmagic Intensity Shuttle. Ob es genau dieses Gerät sein muss, kann ich nicht sagen, aber es muss ein Gerät sein, dass 576i25-Video (25 Frames mit 50 Fields, je 2 interlaced pro Frame) nicht konvertiert sondern 1:1 durchreicht. Die meisten HDMI-Capture-Geräte, die mir begegnet sind (Magewell!), konvertieren leider immer fröhlich in 25p oder 50p.
- Auf dem Gerät die passenden Treiber und Konfigurationssuite (Desktop Video) aufspielen. In der Desktop-Video-Suite HDMI-Eingabe und 25i einstellen.
- Den Lagarith Lossless Codec aufspielen, falls noch nicht vorhanden.
- VirtualDub aufspielen.
- Das hat eine Funktion "Capture AVI", in der man dann das Blackmagic-Gerät in den Audio- und Video-Optionen findet. Achtung: Es tauchen zwei ähnlich benannte Geräte in den Listen auf und nur eines davon ist das richtige. Insbesondere beim Ton ist das andere stumm.
Und nicht verunsichern lassen: Die Vorschau funktioniert nicht zuverlässig (bzw. bei mir nie). Man sieht hier jetzt noch kein Bild.
- Als Compression Video Codec Lagarith Lossless wählen, als Audio Codec Uncompressed PCM
- "Set Capture File" wählen und einen Dateinamen vergeben (***.avi)
- Nun kommt der frickelige Teil: Normalerweise drückt man jetzt einfach auf "Start Capture" und es erscheint rechts eine Anzeige mit den übertragenen Frames pro Sekunde (sollte exakt auf 25 stehen).
- Doch das klappt oft nicht beim ersten Mal. Wenn die Anzeige auf 0 stehen bleibt, auf "Stop Capture" drücken, das Capute-Menü schließen und erneut öffnen und die Schritte 3 und 4 wiederholen. Ich brauche da meistens 10 bis 20 Versuche, bis ich endlich die Anzeige der Capture-Frames sehe und das Video aufgezeichnet wird. Deshalb auch alles in Lossless, damit man diesen Schritt niemals wiederholen muss.
- Kleiner Hinweis: So lange das Blackmagic-USB-Gerät eingestöpselt ist, funktioniert die Tonausgabe des PCs nicht. Um zu gucken, ob zum Beispiel in einer kurzen Testaufnahme Ton vorhanden ist, die Audio-Anzeige von Virtualdub verwenden. Nicht verunsichern lassen.
- Nun ist noch wichtig: Mein Panasonic-Gerät hat eine Festplatte. Es zeigt deshalb nach circa 15 Minuten Idle-Zeit einmal eine kleine Overlay-Nachricht an (HDD Sleep). Das wird bei mir danach auch dauerhaft im LED-Segment-Display angezeigt. Es ist wichtig, dass man mit dem Abspielen der ersten S-VHS wartet, bis das Overlay angezeigt wurde, sonst ist es nachher auf der Aufnahme sichtbar!
- Danach einfach S-VHS einlegen, zurückspulen (falls noch nicht geschehen) und Play drücken.
- Ab und zu VirtualDub beobachten. Die Videoübertragung vom Decklink/Blackmagic hängt sich manchmal zwischendrin auf. In dem Fall musst du leider gucken, wieviel schon aufgenommen wurde, entsprechend auf der VHS zurückspulen und erneut die HDMI-Aufnahme und VHS-Wiedergabe starten. Das gute ist: weil du alles Lossless aufnimmst und die Analog-zu-Digital-Konvertierung des Panasonic so robust ist, lassen sich in der Regel problemlos in dem Aufnahmeüberhang stellen finden, an denen du später das Video zu einem langen verlustfreien Video zusammenschneiden kannst.
Am Ende hast du ein verlustfreies Video mit allen originalen Fields und synchronem Ton in einer sehr hohen Qualität (beim Ton habe ich manchmal Knackser, aber den kannst du ja vielleicht sonst nochmal mit einfacheren Mitteln aufnehmen).
Und dann kannst du den Codec deiner Wahl wählen, falls du es nicht in so groß behalten möchtest. Am besten natürlich sowas wie x265, der beim Farbkanal nichts mehr wegschmeißt (x264 tut das leider). Ansonsten wird Deinterlacing später unsauber, weil sich zwei übereinanderliegende Field-Zeilen die Farbinformationen teilen müssen.
Bis darauf, dass du für die Lösung 6 Geräte (5 plus Generic PC) besitzen musst, ist der Aufbau meiner Meinung nach halbwegs einfach zu bedienen. Ich habe die Konfiguration auf einem Laptop vorgenommen, auf dem ich sonst nichts mit VirtualDub aufnehme und wenn ich darauf achte, dass ich den Fernseher und HDMI-Splitter vor dem Pansonic-Gerät einschalte (sonst verstellt es sich von 576i auf 1080p um), muss ich beim nächsten Mal nur noch die Capture File in VirtualDub wählen, alles andere passt schon.
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0 Hui, Danke für die ausführliche Antwort! Das hilft mir wirklich sehr  .
Gerade die Hinweise zum 576i25-Video und dem Farbkanal bei x264/x265 waren sehr informativ. Daran habe ich jetzt im ersten Moment gar nicht gedacht (bzw. das mit dem Farbkanal wusste ich nicht mal  ).
Deinen Aufbau bekomme ich so wahrscheinlich nicht auf die Schnelle hin. Mein HDD-Recorder hat leider noch keinen HDMI-Ausgang, nur Component Video  . Einen alten TV habe ich zwar, aber der hat wiederum keinen S-Video-Eingang (HDMI ist Version 1.3). Letztendlich muss ich es auch nicht bis zum i-Tüpfelchen treiben, weil es sich hauptsächlich um meine Amateur-Aufnahmen handelt. Da wäre interessant wie die Qualität ist, wenn ich es nur mit der Capture-Box umwandle (S-Video scheint sie ja zu haben).
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22.06.2025, 09:59
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 22.06.2025, 10:24 von tomwatayan.)
2 Das ist Chroma Subsampling. x264 kann leider nur 4:2:0. In der Infografik im Wikipedia-Link (erster Satz) sieht man, dass dann zwei Zeilen die gleiche Farbe bekommen. Wenn das aber zwei Fields sind, die nur bedingt etwas miteinander zu tun haben (Szenenwechsel), ergibt das in einem der beiden Fields die völlig falsche Farbe. x265 kann, eigentlich wegen UHD/HDR, das volle 4:4:4 (also kein Subsampling), aber für Archivierung von Interlaced-SD-Material in einer hohen Bitrate ist das auch sehr hilfreich.
Zum Fernseher: der soll/braucht auch keinen S-Video-Eingang haben. Ab der Strecke ist alles HDMI (digital). Die analoge Strecke geht nur bis zum Panasonic-Recorder und der schleift das Bild dann in digital auf dem HDMI-Ausgang weiter. Aber weiterhin schön ohne weitere Bearbeitung in 576i25. Der Fernseher muss leider in der Kette sein, weil die Aufnahme-Box nicht korrekt mit dem Panasonic-Recorder die Auflösung aushandeln kann. In dessen Einstellungen ist sonst kein 576i25 wählbar.
Meine Erfahrung ohne das Panasonic-Recorder-Zwischenstück mit der Analog-zu-Digital-Wandlung ist leider, dass das Aufnahmegerät bei direktem Ankommen von analogem Material ständig das Tracking verliert und man immer wieder springende oder gar nicht vorhandene Bilder hat. Insbesondere bei schnell bewegenden Amateuraufnahmen mit Kameraschwenks.
Aber es ist sonst natürlich eine Idee wert, das nur mit weniger Geräten zu probieren. Theoretisch ist glaube ich nur Time Base Correction wichtig und gar nicht so sehr die Analog-zu-Digital-Konvertierung. Vielleicht reicht es also schon aus, wenn das Panasonic-Gerät dazwischen hängt. Probieren kannst du es auf jeden Fall mal. Aber achte bitte darauf, ob du dann in der Aufnahme Bildverlust beim Szenenwechsel oder Kameraschwenks hast. Das ist nämlich nicht normal und kann verhindert werden.
Laut meiner Erinnerung hatte ich mir das Panasonic-Gerät und die Blackmagic-Box gleichzeitig gekauft und dann erst wieder den nächsten Aufnahmeversuch unternommen.
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0 Uff, solche zeitlichen Schwankungen aufgrund von mechanischer Natur hätte ich jetzt gar nicht erwartet. Ich bin einfach davon ausgegangen, dass die Videokamera es bei der Wiedergabe schon korrekt ausspuckt (damit es bei der Ausgabe auf dem TV zur Norm passt). Das wäre natürlich blöd, wenn ich hinterher irgendwelche ausgelassenen Frames oder Verzerrungen drin hätte  .
Was ich eigentlich als Problem kenne, ist die Übertragung der Zeitdaten vom HDD-Recorder. Das war z.B. dann ein Problem, wenn ich die TV-Aufnahme per DVD-RAM auf den Computer übertragen habe und dann dort bearbeiten wollte. Allerdings hielt ich das immer für eine Sache des Authorings (die Aufnahmen werden vom HDD-Recorder normalerweis erste "abgeschlossen", wenn man es auf DVD brennt).
Die Idee mit dem TV war eher, dass ich ihn als Alternative zum Panasonic für die AD-Wandlung nutze (der hat nämlich auch einen HDMI-Ausgang). Aber wie gesagt fehlt dort der S-Video-Eingang.
Das mit dem Chroma Subsampling wäre mir nie in den Sinn gekommen. Aber das spricht dann erst recht gegen die Aufnahme mit dem normalen HDD-Recorder per MPEG-2  .
Ich werde mal schauen, ob ich so eine Blackmagic-Box auftreiben kann. Ansonsten habe ich aber jetzt immerhin ein paar Eckpunkte, worauf zu achten ist  .
Danke für die ganzen Infos!
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23.06.2025, 19:36
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 23.06.2025, 19:48 von tomwatayan.)
0 Das Phänomen bei mir bei meinem ersten Aufnahmeversuch mit kleinerer Setup-Strecke (da noch das VHS-Recorder-Signal direkt in einen nicht zu empfehlenden Composite-zu-USB-Wandler) waren keine ausgelassen Frames, sondern eher so ein Effekt, wenn der Fernseher das Videobild nicht mittig hält sondern die Bilder die ganze Zeit von oben nach unten über die Mattscheibe laufen. Nur verkürzt auf einen kürzeren Zeitraum, sodass nur für 1-2 Sekunden das Bild nicht erkennbar ist weil es wegrutscht und dann fängt der sich wieder. Aber bei viel Kamerawackeln war es dann teilweise durchgängig und dadurch unguckbar. Und man will ja möglichst jedes Bild gut sichtbar haben, wenn man so eine Digitalisierung macht.
Ob ich das Problem mit jeder Aufnahmeversuch-Kombination hatte, weiß ich schon gar nicht mehr. Ich hatte viel durchprobiert und bei manchen Aufbauten waren es laut meiner Erinnerung nur andere Probleme. Bei einem Adapter mit Firewire-zu-USB war das Bild viel zu dunkel und es fehlte Bittiefe (nicht wiederherstellbar), bei einem S-Video-zu-USB-Adapter von Magewell bekam ich nur progressives Videobild heraus.
Letztendlich musst du ein paar kürzere Aufnahmetests machen, bevor du dich dann an die Komplettaufnahme machst. Als Referenz kann dann immer das Bild eines DVD-Recorders dienen, denn die Qualität ist mindestens erreichbar, aber mit deutlich weniger Artefakten. Ich war damals aber der Meinung, dass auch die generelle Bildauflösung mit meiner Variante besser war als bei der MPEG2-Fassung von der DVD-Aufnahme.
Wenn ich mir jetzt aber mal eine alte Aufnahme, die ich mehrfach aufgehoben habe, anschaue, wiegt der Unterschied zwischen zwei unterschiedlichen VHS-Recordern (die DVD-Aufnahme hatte ich mit einem Gerät gemacht, das direkt von VHS auf DVD überspielen konnte) fast mehr als der tatsächliche Detailunterschied zwischen den Aufnahmevarianten. Die Variante, die ich subjektiv schöner fand (Nummer 2 im folgenden Bildvergleich) ist nicht einmal die schärfste. Aber die DVD-Aufnahme (Bild 3) ist eigentlich schon zu übersteuert (zu hoher Kontrast). Als Abschreckung habe ich noch ein Bild einer Composite-Aufnahme beigefügt (Bild 1).
Bildvergleich (Pfeiltasten Links und Rechts für Bildwechsel)
Aber das ist ja bloß eine Kauf-VHS. Bei den eigenen Aufnahmen von einer Kamera meinte ich damals, den Unterschied noch stärker wahrzunehmen.
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0 Ahja, ich sehe, was du meinst. Ich glaube, diese Übersteuerung hatte ich bei meinem Recorder seinerzeit auch mit TV-Aufnahmen.
Auf Composite würde ich zumindest sowieso nicht rückgreifen, weil sonst die Aufnahme in S-VHS sinnlos gewesen wäre. Also der Verlust wäre sicherlich immer deutlich sichtbar.
Ich werde das trotzdem mal mit dem Recorder und MPEG2 als Referenz probieren. Die höhere S-VHS-Auflösung ist da jedenfalls kein Problem, weil es noch innerhalb des DVD-Standards liegt. Aber es ist eben nicht verlustfrei.
Theoretisch müsste ich deinen Aufbau ja auch mit Component Video statt HDMI halbwegs hinbekommen. Nur die anderen, von dir genannten Probleme, muss ich dann leider auch an anderer Stelle beheben.
Tja, ich hatte mir das irgendwie einfacher vorgestellt   .
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